Schlagwort-Archiv: Projekt

Aktionen zum „Welttag des Buches“

Kurz vor den Osterferien hat der jährliche Vorlesetag der Oberschule Seesen stattgefunden. Entstanden ist dieser Tag aufgrund des „Welttag des Buches“. Dieser Tag, den die UNESCO 1995 zum weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren erklärt hat, bietet eine Vielzahl an Aktionen, um das Lesen zu feiern. Unter dem Motto „Offenes Lesen“ findet die Vorleseaktion anlässlich des „Welttag des Buches“ statt mit der die Oberschule Seesen ihre „Lesewerkstatt“ vorstellt, die sich in den fünften und sechsten Jahrgängen zwei Stunden pro Woche bewährt und etabliert hat, um die Leseflüssigkeit, das Leseverständnis und die Freude am Buch zu fördern.
Der gesamte Jahrgang 5 (113 Schülerinnen und Schüler, 5 Klassen) der Oberschule Seesen beteiligt sich an der Vorleseaktion. Mit dieser Aktion wird auf die Tatsache reagiert, dass nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 bis 10 Jahren vorgelesen wird. Durch den Vorlesetag soll die Aufmerksamkeit auf die große Bedeutung des Vorlesens als Grundlage für Bildungsfähigkeit gelenkt werden.
„Nicht nur für Kinder ist es wunderbar, vorgelesen zu bekommen. Auch Erwachsene können in Geschichten eintauchen, indem einer vorliest und einer zuhört. Aber für Kinder sind der Kontakt mit Literatur, mit anderen Leben und die Spaziergänge der Phantasie geradezu unverzichtbar.“, beschreibt die didaktische Leiterin Svenja Rüffer den Vorgang. Deshalb strömten die Fünftklässler der Oberschule Seesen aus, um in den Grundschulen Jahnstraße sowie am Schildberg und im Café Sieben Türme vorzulesen, aber auch im Kindergarten St.-Annen-Straße sowie im Seniorenheim St. Vitus. Die Schülerinnen und Schüler lasen Märchen und Kinderbücher wie „Gregs Tagebuch“, „Die Wilden Fußballkerle“ und „Wenn ich groß bin, werde ich Fledermaus“ vor.
Aufgeregt sprachen die Fünftklässler zum Beispiel die Besucher des Cafés „Sieben Türme“ an. Manch einer ließ sich als Zuhörer werben und wurde nicht enttäuscht. Die Freude war den Kindern anzumerken, wenn sie gekonnt ihr Buch vorstellten, um dann im Anschluss einen ausgewählten Abschnitt daraus vorzulesen.
„Kinder, die gut lesen können, haben es im Leben leichter. Lesekompetenz ist die beste Grundlage für eine gute Entwicklung der Kinder, sowohl für ihre Konzentrationsfähigkeit als auch für ihre Vorstellungsgabe, ihr logisches Denken und ihr Einfühlungsvermögen.“, weiß Deutschlehrer Sebastian Menzi, verantwortlicher Initiator der Lesewerkstatt, zu berichten. „Die großartige Beteiligung von allen Zuhörern und die Bereitschaft der verschiedenen Einrichtungen ihre Türen zu öffnen, machte die Vorleseaktion zu einem großen Erfolg! Dafür gilt unser herzlichster Dank!“ betont Rüffer abschließend.

„sehr intensive und emotionale Arbeit direkt vor Ort“

Oberschüler stellen Erlebnisse, Eindrücke und Erkenntnisse aus Gedenkstättenfahrt nach Polen vor

Präsentation Gedenkstättenfahrt 2019

Das Projekt Gedenkstättenfahrt wurde vom Lehrer Dr. Thomas Droste vorgestellt. Er bedankte sich vor allem auch bei den zahlreichen Sponsoren, die für die meisten Schüler eine Teilnahme überhaupt erst möglich gemacht hatten.
Die Schüler waren mit der Didaktischen Leiterin Svenja Rüffer und dem Geschichtslehrer Alexander Meuschke im Januar nach Oświęcim gereist, um in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowohl den historischen Ort zu besuchen als auch in der Gedenkstätte in Workshops zu verschiedenen Themen zu arbeiten und zu forschen. Dabei ging es der Gruppe vor allem auch um Bezüge zu Seesen. Im Rahmen des Projektes haben die Schüler außerdem das Städtische Museum in Seesen und den jüdischen Friedhof in Seesen besucht und sind Spuren jüdischen Lebens in Seesen nachgegangen. Für die Osterferien ist noch ein Gespräch mit Überlebenden des KZ Mittelbau-Dora geplant

In der Präsentation gingen die Schüler selbstgewählten Schwerpunkte nach. So berichteten sie zum Beispiel von unterschiedlichen Wegen in den Tod. Sie warfen einen besonderen Blick auf Block 28, die sogenannte Krankenbaracke im Lager. Sie schilderten die grausamen Strukturen im Lageralltag ebenso wie die Experimente an Menschen. Das Wirken und der Werdegang des Lagerarztes Josef Mengele wurde geschildert. Eine Schülerin brachte zum Ausdruck, dass es nur schwer zu ertragen sei, dass ein solches „Monster“ für seine Taten nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Mengele starb 1979 in Brasilien an einem Schlaganfall. Die Schüler schilderten aber auch Versuche von Widerstand: Lagerärzte, die falsche Diagnosen ausstellten. Die Unterstützung für einen Fluchtversuch. Der Häftlingsschneider von Auschwitz, der durch erfundene Nachrichten aus der Außenwelt Hoffnung säte. Besonders erschütternd erwies sich die Darstellung über Geburten im Lager und die Kinder in Auschwitz, die vielfach direkt nach ihrer Geburt oder beispielsweise in medizinischen Experimenten oder bei Zwangsarbeit getötet wurden. Im KZ Auschwitz-Birkenau starben insgesamt bis zu 1,5 Millionen Menschen.
Bei ihren Recherchen stieß die Gruppe aber auch auf ein Ereignis in Seesen. Wahrscheinlich am 7. April 1945 wurden zwei Häftlinge bei einem Todesmarsch aus Klein Bodungen in der Nähe von Seesen erschossen. Der Tatort war die damalige Kiesgrube „Paradiesbrink“ am Ortsausgang von Seesen Richtung Hahausen. Bisher konnten die Opfer jedoch nicht identifiziert werden. Die Schüler schlugen die Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an die Getöteten vor.
„Den Toten ein Gesicht zu geben ist Anliegen des Projekts“, betont Dr. Droste und so zeigte die Gruppe auch einige Poträts. Darüber hinaus ist sie bei ihrer Arbeit in der Gedenkstätte auf die Sterbeurkunde des Seesener Schülers Werner Grosz gestoßen. In vorgelesenen Tagebuchkommentaren bilanzierten die Schüler ihre Teilnahme an der Studienfahrt. So betonte Josefine Chromik die Notwenigkeit auf Diskriminierung schnell zu reagieren. Hannah Brics hob in ihrem Schlussstatement hervor, „wie gut es uns hier heutzutage geht“. Der stellvertretende Schulleiter Daniel Beyer dankte den Schülern und Lehrkräften für das Teilen ihrer Eindrücke und hob die große Ernsthaftigkeit ihrer Arbeit hervor. Das Aufrechterhalten der Erinnerung an die Toten von Auschwitz sei die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft. Er verabschiedete alle Gäste mit einem Verweis auf Theodor W. Adornos erste Forderung an Erziehung, „dass Auschwitz nicht noch einmal sei“.

Zahlreiche Besucher konnte Schulleiterin Annegret Tuchtfeld zur Präsentation in der Mensa der Oberschule begrüßen, darunter aktive und ehemalige Schüler, Eltern und Lehrkräfte, aber auch Fachbereichsleiter Michael Conzen vom Schulträger Landkreis Goslar und die Ratsmitglieder Andrea Melone und Patrick Kriener. Besonders erfreut zeigte sich die Schulleiterin über den Besuch von Museumsleiter Dirk Strohschein und Historiker Dr. Joachim Frassl, beide langjährige Wegbegleiter und Berater des Schülerprojekts.

1. Platz beim Planspiel Börse

Laurids, Nicolas, Norik und Lukas sind das Team „Ronny“ von der Seesener Oberschule. Gemeinsam haben sie mit Unterstützung ihres Wirtschaftlehrers Fabian Schwarz durch geschicktes Agieren auf dem Börsenparkett den 1. Platz von insgesamt 109 Schülerteams beim Planspiel Börse in der Braunschweigischen Landessparkasse belegt und mit einem Depotgesamtwert von 51.491,13 Euro am meisten aus dem Kapital gemacht.
Daniela Bohnsack, die Spielbetreuerin der Braunschweigischen Landessparkasse in Seesen, stattete dem Siegerteam einen Besuch ab und überreichte jedem einzelnen Teilnehmer neben einer Urkunde auch einen attraktiven Sachpreis.
Auch im letzten Jahr war die Oberschule Seesen beim Planspiel Börse mit einem 2. Platz vorne dabei. Umso erfreulicher ist es, dass es in diesem Jahr nun für den ersten Platz gereicht hat.
Das Planspiel Börse der Sparkassen hat in Deutschland inzwischen eine lange Tradition und erfreut sich großer Beliebtheit. Mit einem virtuellen Startkapital von 50.000 Euro lernen die Schülerinnen und Schüler, ihr Depot mit aussichtsreichen und erfolgreichen Wertpapieren zu bestücken. Dabei ist stets die tagesaktuelle politische und wirtschaftliche Lage mit in die Überlegungen einzubeziehen.
Dies ist den 109 Schülerteams im Gebiet der Landessparkasse ausgesprochen gut gelungen. Sie erzielten hervorragende Ergebnisse.

Schüler aus Polen zu Gast

Passend zum Thema der Projekttage „Menschen in der Welt“ durfte die Oberschule 12 Schüler aus der polnischen Partnerschule Zespol Szkol nr. 1 im. Gustawa Morcinka in Tychy (Oberschlesien) mit ihren Lehrern Wojciech Borkowy und Marcin Trojanowskiwillkommen heißen. Es handelte sich um den Gegenbesuch der polnischen Schüler bei ihren deutschen Partnern. Bereits im April dieses Jahres machten sich Schüler der OBS auf den Weg zum Schüleraustausch nach Polen. Voller Wiedersehensfreude nahmen die Deutschen ihre polnischen Gäste  in Empfang. Es stand eine ereignisreiche Woche vor ihnen. Das Programm haben die Lehrerinnen EvelineDrescher und Jutta Hoffmann in Absprache mit den polnischen Kollegen ausgearbeitet. Neben dem gemeinsamen Besuch des Unterrichts wurde dem Sportwieder ein großer Raum beigemessen. So stand der Besuch der VfL-Fußballwelt in Wolfsburg auf dem Programm, wo die Gruppe einen Workshop zum Thema „Rassismus und Diskriminierung im Sport“ besuchte – ein aktuelles Thema im gesamten europäischen Raum, das zu einer hitzigen Diskussion anregte und mit einem Fairplay-Fußballspiel endete. Bereits am Tag zuvor hatten die Schüler die Möglichkeit sich in gemischten Teams in einem Sechs-Tage-Rennen zu messen, das Sportlehrer Sebastian Menzi leitete.

Bewegung macht hungrig: Der Mittwoch stand im Zeichen der Kulinarik. Im Rahmen des Projektes „Internationales Kochen“ unter der Leitung der Hauswirtschaftslehrerinnen Antonia Terner und Nadja Bräutigam, wurde zusammen mit 30 weiteren Schülern der OBS ein deutsch-polnisches Buffet vorbereitet und im Anschluss gemeinsamverzehrt. Polnische „pierogi“ (gefüllte Teigtaschen) durften dabei nicht fehlen. Die Integration der nicht am Austausch teilnehmenden Schüler in das Austauschprojekt ist dieses Mal als besonderer Erfolg zu werten. Somit hattenauch diese Schüler die Gelegenheit,  mitden polnischen Gästen z.B. im Unterricht oder im Rahmen der Projektwoche Kontakt aufzunehmen und sie besser kennenzulernen. Berührungsängste und Vorurteile konnten so abgebaut werden. Und letztlich war immer wieder zu hören: „Ich bereue, dass ich nicht am Austausch teilgenommen habe. Die Polen sind so cool.“ Am Freitag, dem letzten gemeinsamen Tag, erarbeitete die Gruppe auch gemeinsam mit der Klasse G9 in einem Theaterworkshop unter der Leitung von Hildegard Reinecke ein pantomimisches Spiel zum Thema „Vorurteile“, das am Mittag der gesamten Schule im Rahmen der Projektpräsentationen vorgestellt wurde und mit einem gemeinsamen Tanz der polnischen und deutschen Schüler endete. Allen Teilnehmern war die Freude an der Sache in den Gesichtern abzulesen. Die Klasse G9 hatte am Vortag die Gruppe auch schon zu einem gemeinsamen Ausflug nach Braunschweig begleitet, um bei einer Stadtführung die Geschichte des Braunschweiger Landes kennenzulernen. Eine Shoppingtour am Nachmittag rundete den Besuch in der Stadt ab.

Der Abschied rückte immer näher. Nach einer kleinen Abschiedsfeier in der Mensa der OBS am Freitagnachmittag mit Gegrilltem und von den Eltern zubereiteten Salaten und Kuchen ging es ans Kofferpacken, denn am Abend standen schon die Busse bereit, die die polnischen Schüler wieder nach Hause bringen sollten. Ein tränenreicher Abschied zeugte wieder von den intensiven Verbindungen und Freundschaften, die sich im Laufe der gemeinsamen Zeit aufgebaut haben. „Wir sehen uns schon bald wieder“,      ggdarüber waren sich alle Teilnehmer einig. (Ds)

Menschen in der Welt. Projektwoche 2018

In der letzten Woche konnten die über 600 Schülerinnen und Schüler und ihre polnischen Partnerschüler die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Auf einem großen Markt in der Schule wurden die gewonnen Eindrücke gezeigt, die Projektergebnisse präsentiert und Einstudiertes vorgestellt.

An den Tagen zuvor wurde in altersgemischten Gruppen zum Themenkomplex „Menschen in der Welt“ gearbeitet. Die Schüler wählten sich in der Woche zuvor aus 23 Angeboten ihre Wunschthemen aus. Das Projekt „Internationales Kochen“ erwies sich als besonderer Favorit der Schüler. 32 von ihnen kochten schließlich bayrische Burger, Bruschetta oder gefüllte Empanadas. Außerdem sorgten sie gemeinsam mit ihren den polnischen Austauschschülern für ein polnisch-deutsches Gemeinschaftsmenü. In dem Projekt „World Games“ setzten sich die Jugendlichen mit ihnen noch unbekannten Wettkämpfen und Sportarten wie dem kanadischen Kin-Ball auseinander. Im Projekt „Bauwerke aus aller Welt“ bildeten die Schüler mit unterschiedlichen Materialien die Golden Gate Bridge, den Eiffelturm oder die künstliche Insel Palm Jumeirah nach. Parallel recherchierten sie technische Details und die historischen Entwicklungen zu diesen Konstruktionen. Im Projekt „Migration in Deutschland“ untersuchten die Schüler deutsche Migrationsgeschichten wie die der Sängerin Namika, des Unternehmers William Steinway oder der Russlanddeutschen. Die Gruppe „Musik verbindet“ dichtete ein Lied, vertonte das und erstellte dazu ein Video. Im Projekt „Kurdisch“ wurde Kultur und Sprache nachgespürt. Schüler der Gruppe „Menschen sehen anders aus“ stellten die unterschiedlichen Erscheinungsbilder hervor. Technisch bauten Schüler einer anderen Gruppe „Mühlenmodelle aus aller Welt“ nach. Im Poetry Slam duellierten sich zwei Dichter vor der Schulgemeinschaft und setzten sich in ihren Werken mit der Vielfalt und dem Miteinander in der Schule auseinander. „Es ist schön zu sehen, wie gut und konstruktiv unsere Schülerinnen und Schüler auch jahrgangsübergreifend arbeiten können“ zeigte sich der stellvertretende Schulleiter Daniel Beyer erfreut. Bemerkenswert sei auch der besondere Eifer, den viele Schüler im Rahmen einer solchen Projektarbeit entwickeln.