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NDR würdigt Tschland-Film der Oberschule Seesen

tschland-Stein von vorne, Inschrift erinnert an 23 tote KZ-Häftlinge
tschland-Stein von vorne (Bild: Droste)

Zu einem Geschichtswettbewerb hatte im vergangenen Herbst der NDR zusammen mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten aufgerufen. Unter dem Titel „Befreit! Und dann?“ forderte der NDR Jugendliche dazu auf, nach lokalen und regionalen Erinnerungen und Zeitzeugen zu suchen. Unter der Leitung von Geschichtslehrer Dr. Thomas Droste drehten die Schüler der Projektgruppe Gedenkstättenfahrt der Oberschule Seesen einen Film über das „Tschland-Mal“ in Seesen. Die Schüler spüren darin dem Granitstein auf dem Münchehöfer Friedhof (Google Maps) nach, der an 23 ehemalige Häftlinge erinnert, die den Todesmarsch aus Nordhausen nicht überlebt hatten. Initiator für das Denkmal war der KZ-Überlebende Joseph Soski. „Als Symbol für den zerschlagenen Nazismus“, wie Soski später schrieb, teilten die Überlebenden einen Granitfindling mit der Inschrift „Großdeutschland“, der von den Nationalsozialisten 1938 anlässlich der Annexion Österreichs in der Stadt aufgestellt worden war, in zwei Hälften. Der Teil mit dem Schriftzug „tschland“ und einer durchtrennten Landkarte wurde zum Grabstein. Der Stein gehört zu einer der ersten Gedenkzeichen für KZ-Opfer in Deutschland überhaupt.

Rückseite tschland-Stein
tschland-Stein Rückseite (Bild: Droste)

„75 Jahre nach Kriegsende sollte der Geschichtswettbewerb den Fokus auf die Frage lenken, was denn eigentlich mit den Menschen, die aus Lagern und Zwangsarbeit befreit wurden, nach der Befreiung geschah“, sagt Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. „Die Qualität der eingereichten Beiträge hat uns alle sehr überzeugt.“

Postkarte Jacobsonstraße 1 ca. 1938, Quelle https://m.facebook.com/Seeseneransichten/photos/a.1506870049639354/2010670225925998/?type=3&source=57
Quelle https://m.facebook.com/Seeseneransichten/photos/a.1506870049639354/2010670225925998/?type=3&source=57

Schulleiterin Annegret Tuchtfeld gratuliert den Schülern zu dem Erfolg: „Es ist erfreulich zu sehen, mit welchem großen Engagement sich Jugendliche mit ihrer Stadt und ihrer Geschichte auseinandersetzen. Das ist vorbildlich. Das macht Mut!“

Eine Feierstunde mit einer Würdigung der ausgewählten Wettbewerbsbeiträge im Landesfunkhaus des NDR in Hannover am vergangenen Freitag fiel aufgrund der aktuellen Situation leider aus.

Der NDR veröffentlicht die besten Wettbewerbsbeiträge auf seiner Webseite. Unter https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/kriegsende/Kriegsende-in-Seesen-und-Buchholz,kriegsende596.html ist auch der Seesener Film zu finden.