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Ausstellung zu den Todesmärschen 1945

Plakat der Ausstellung: Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945. 5. - 29. September 2016 in der Oberschule Seesen
Plakat der Ausstellung

In den letzten Kriegswochen räumte die SS das KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen. In aller Hast verlud sie die Häftlinge in Viehwaggons oder trieb sie zu Fuß Richtung Norden. Etwa die Hälfte der Transporte endete im KZ Bergen-Belsen. Tausende Häftlinge, die ihre Befreiung schon vor Augen hatten, wurden während der Todesmärsche und Räumungstransporte in aller Öffentlichkeit ermordet. Vielerorts erinnern mittlerweile Gedenksteine entlang der Routen an die Schicksale. So steht in Münchehof auf dem Friedhof beispielsweise ein Stein, der an 23 Opfer eines Todesmarschs erinnert, die dort bestattet wurden.

Die Ausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“  (Infos auch hier) der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zeigt eine Dokumentation der Transporte und Märsche. Die Macher rekonstruieren die Bedingungen und Routen der über 17 000 Häftlinge, die aus dem KZ Mittelbau-Dora in Bergen ankamen. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 10 000 Häftlinge die Märsche und Transporte nicht überlebten. Die Ausstellung zeigt „wie dicht die Hoffnung auf die nahe Befreiung  und die unmittelbare Lebensbedrohung beieinander lagen. Zugleich zeigt sie das breite Ausmaß der Mittäter- und Komplizenschaft in der deutschen Bevölkerung“ erklärt Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner.

„Die Ausstellung wird von der Schule im Rahmen des mehrfach ausgezeichneten Projekts Gedenkstättenfahrt betreut und begleitet, aber auch ergänzt um lokale Aspekte und eigene Eindrücke aus dem zurückliegenden Gedenkstättenbesuch in Auschwitz“ erläutert Lehrer Dr. Thomas Droste. Am 5. September um 18 Uhr wird die Ausstellung u.a. mit Vorträgen des Gedenkstättenleiters Dr. Jens-Christian Wagner (Bergen-Belsen) und des Wissenschaftlers Torsten Heß (Mittelbau-Dora) eröffnet. Danach ist die Ausstellung vom 6. – 29. September zu folgenden Zeiten für interessierte Gäste geöffnet: Di, Do 9.20 – 9.50 Uhr / Mi 14 – 18.30 Uhr / Sa, 17.9., 10 – 14 Uhr / und nach Absprache (05381 980 201). Im Rahmenprogramm lädt die Schule außerdem zu einem Konzert der Klezmer Band DIE EVAS am 20. September (19 Uhr) ein. „Natürlich werden wir mit unseren Schulklassen die Ausstellung besuchen, aber auch anderen Schulen steht der Besuch der Ausstellung offen. Und auch die Eröffnungsveranstaltung ist öffentlich!“ betont der stellvertretende Schulleiter Daniel Beyer.

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„Wir Kinder aus Seesen“ – Buchverkauf auf dem Markt ist ein voller Erfolg

Buchverkauf auf dem Wochenmarkt
Buchverkauf auf dem Wochenmarkt

Mit viel Freude und einem Wäscheständer als Tisch machten sich am letzten Donnerstag zwei Lesewerkstattgruppen gemeinsam mit den Lehrkräften Herrn Menzi und Frau Riehemann auf den Weg zum Wochenmarkt. Die verbliebenen Bücher aus dem Buch- und Schreibprojekt dieses Schuljahres „Wir Kinder aus Seesen“ sollten verkauft werden.

Viele Markbesucher blieben neugierig stehen, ließen sich von den Kindern die Entstehung des Buches erklären, blätterten interessiert und ließen sich vom Schreibprojekt und der Qualität des ansprechenden Buches überzeugen. Immer wieder hörten die Kinder lobende Worte und  die Versicherung, wie wichtig das Lesen sei. Tatsächlich waren am Mittag alle Bücher verkauft.

Buchverkauf auf dem Wochenmarkt
Buchverkauf auf dem Wochenmarkt

„Aus dem Geld werden neue Bücher für unsere Bücherei gekauft. Das ist doch klar!“, begeistert sich die Schar der jungen Verkäufer und Verkäuferinnen, die den Wäscheständer wieder unter den Arm nimmt und sich zufrieden auf den Rückweg zur Schule macht.

Im Rahmen der Lesewerkstatt erhalten Schülerinnen und Schüler der Oberschule in der 5. und 6. Klasse zwei zusätzliche Stunden, die sich ausschließlich der Leseförderung widmen. In kleinen Gruppen und nach Lesefähigkeit eingeteilt erarbeiten die Schüler Texte. Im Dezember ist nach einigen Projekttagen sogar ein eigenes Buch erschienen.

Wir Kinder aus Seesen. Ein Schreib- und Buchprojekt der 6. Klassen der Oberschule Seesen in Zusammenarbeit mit dem Geest-Verlag. Herausgegeben von Renate Maria Riehemann. Umschlagbild von Justin. Geest-Verlag 2015
ISBN 978-3-86685-546-5
ca. 420 S., 12 Euro

Oberschule erhält Schülerfriedenspreis 2015

urkunde-friedenspreisDie Oberschule Seesen ist für Schülerprojekte zum Holocaust, dem jüdischen Leben in Seesen und dem friedlichen Miteinander über Generationen- und Nationengrenzen hinweg mit dem Schülerfriedenspreis 2015 des Niedersächsischen Kultusministeriums ausgezeichnet worden. Der 1. Preis wurde heute im Rahmen einer Feierstunde im Gästehaus der Landesregierung übergeben.

Konkret wurden zwei Wettbewerbsbeiträge, die Gedenkstättenfahtr nach Polen und das Projekt Generation of Respect gelobt. Alle Projekte gehen auf Schülerinitiativen und -engagement zurück.

Besuch auf dem jüdischen Friedhof

Am Mittwoch, den 02.12.2015 haben die Schüler der Oberschule Seesen, die an der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz teilnehmen, eine Führung auf dem jüdischen Friedhof in Seesen mit Herrn Dr. Frassl bekommen.

Gruppe auf dem Jüdischen Friedhof Seesen, 2015/16
Gruppe auf dem Jüdischen Friedhof Seesen, 2015/16

Er erzählte uns einiges über die Grabsteine, z.B. dass die älteren Steine nur auf Hebräisch und die Neueren auf der einen Seite auf Deutsch und auf der anderen auf Hebräisch beschriftet sind. Unter anderem klärte er uns über die Regeln auf dem Friedhof auf. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen, man darf nicht auf die Gräber treten und alles was auf den Gräbern wächst darf nicht entfernt werden, denn es ist Eigentum der Toten. Wenn man den Verstorbenen kennt, legt man statt Rosen oder Blumen einen Stein auf den Grabstein. Die Gräber werden nicht eingeebnet.

Ebenso erfuhren wir etwas über die Geschichte von Israel Jacobson und  den Bau des Friedhofs und des Tempels. Israel hatte das Grundstück für den Friedhof 1805 gekauft, um den Tempel bauen zu dürfen. Der älteste Grabstein ist von 1839.

Die Grabsteine stehen immer in Richtung Osten bzw. Richtung Jerusalem. Auf den Grabsteinen ist immer ein Symbol ganz oben in den Stein gemeißelt. Z.B. die Ewigkeitsschlange (Schlange die sich selber in den Schwanz beißt), die segnenden Priesterhände (bedeutet Abstammung vom Priester Geschlecht) und der Davidstern (steht für wachsendes Selbstbewusstsein). Der Friedhof liegt immer etwas abgelegen von dem Ort und meistens an einem Hang. Ebenfalls ist der Friedhof eingezäunt, damit dort keine Tiere auf die Gräber kommen und sie verwüsten. Auf den Gräbern steht immer der Beruf, das Sterbe- und Geburtsdatum und etwas Gutes über die Person.

Für uns war diese Führung sehr informativ und interessant.

Wir bedanken uns noch einmal herzlich für diese Führung bei Herrn Dr. Frassl.