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„sehr intensive und emotionale Arbeit direkt vor Ort“

Oberschüler stellen Erlebnisse, Eindrücke und Erkenntnisse aus Gedenkstättenfahrt nach Polen vor

Präsentation Gedenkstättenfahrt 2019

Das Projekt Gedenkstättenfahrt wurde vom Lehrer Dr. Thomas Droste vorgestellt. Er bedankte sich vor allem auch bei den zahlreichen Sponsoren, die für die meisten Schüler eine Teilnahme überhaupt erst möglich gemacht hatten.
Die Schüler waren mit der Didaktischen Leiterin Svenja Rüffer und dem Geschichtslehrer Alexander Meuschke im Januar nach Oświęcim gereist, um in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowohl den historischen Ort zu besuchen als auch in der Gedenkstätte in Workshops zu verschiedenen Themen zu arbeiten und zu forschen. Dabei ging es der Gruppe vor allem auch um Bezüge zu Seesen. Im Rahmen des Projektes haben die Schüler außerdem das Städtische Museum in Seesen und den jüdischen Friedhof in Seesen besucht und sind Spuren jüdischen Lebens in Seesen nachgegangen. Für die Osterferien ist noch ein Gespräch mit Überlebenden des KZ Mittelbau-Dora geplant

In der Präsentation gingen die Schüler selbstgewählten Schwerpunkte nach. So berichteten sie zum Beispiel von unterschiedlichen Wegen in den Tod. Sie warfen einen besonderen Blick auf Block 28, die sogenannte Krankenbaracke im Lager. Sie schilderten die grausamen Strukturen im Lageralltag ebenso wie die Experimente an Menschen. Das Wirken und der Werdegang des Lagerarztes Josef Mengele wurde geschildert. Eine Schülerin brachte zum Ausdruck, dass es nur schwer zu ertragen sei, dass ein solches „Monster“ für seine Taten nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Mengele starb 1979 in Brasilien an einem Schlaganfall. Die Schüler schilderten aber auch Versuche von Widerstand: Lagerärzte, die falsche Diagnosen ausstellten. Die Unterstützung für einen Fluchtversuch. Der Häftlingsschneider von Auschwitz, der durch erfundene Nachrichten aus der Außenwelt Hoffnung säte. Besonders erschütternd erwies sich die Darstellung über Geburten im Lager und die Kinder in Auschwitz, die vielfach direkt nach ihrer Geburt oder beispielsweise in medizinischen Experimenten oder bei Zwangsarbeit getötet wurden. Im KZ Auschwitz-Birkenau starben insgesamt bis zu 1,5 Millionen Menschen.
Bei ihren Recherchen stieß die Gruppe aber auch auf ein Ereignis in Seesen. Wahrscheinlich am 7. April 1945 wurden zwei Häftlinge bei einem Todesmarsch aus Klein Bodungen in der Nähe von Seesen erschossen. Der Tatort war die damalige Kiesgrube „Paradiesbrink“ am Ortsausgang von Seesen Richtung Hahausen. Bisher konnten die Opfer jedoch nicht identifiziert werden. Die Schüler schlugen die Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an die Getöteten vor.
„Den Toten ein Gesicht zu geben ist Anliegen des Projekts“, betont Dr. Droste und so zeigte die Gruppe auch einige Poträts. Darüber hinaus ist sie bei ihrer Arbeit in der Gedenkstätte auf die Sterbeurkunde des Seesener Schülers Werner Grosz gestoßen. In vorgelesenen Tagebuchkommentaren bilanzierten die Schüler ihre Teilnahme an der Studienfahrt. So betonte Josefine Chromik die Notwenigkeit auf Diskriminierung schnell zu reagieren. Hannah Brics hob in ihrem Schlussstatement hervor, „wie gut es uns hier heutzutage geht“. Der stellvertretende Schulleiter Daniel Beyer dankte den Schülern und Lehrkräften für das Teilen ihrer Eindrücke und hob die große Ernsthaftigkeit ihrer Arbeit hervor. Das Aufrechterhalten der Erinnerung an die Toten von Auschwitz sei die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft. Er verabschiedete alle Gäste mit einem Verweis auf Theodor W. Adornos erste Forderung an Erziehung, „dass Auschwitz nicht noch einmal sei“.

Zahlreiche Besucher konnte Schulleiterin Annegret Tuchtfeld zur Präsentation in der Mensa der Oberschule begrüßen, darunter aktive und ehemalige Schüler, Eltern und Lehrkräfte, aber auch Fachbereichsleiter Michael Conzen vom Schulträger Landkreis Goslar und die Ratsmitglieder Andrea Melone und Patrick Kriener. Besonders erfreut zeigte sich die Schulleiterin über den Besuch von Museumsleiter Dirk Strohschein und Historiker Dr. Joachim Frassl, beide langjährige Wegbegleiter und Berater des Schülerprojekts.

Oberschule erhält Schülerfriedenspreis 2015

urkunde-friedenspreisDie Oberschule Seesen ist für Schülerprojekte zum Holocaust, dem jüdischen Leben in Seesen und dem friedlichen Miteinander über Generationen- und Nationengrenzen hinweg mit dem Schülerfriedenspreis 2015 des Niedersächsischen Kultusministeriums ausgezeichnet worden. Der 1. Preis wurde heute im Rahmen einer Feierstunde im Gästehaus der Landesregierung übergeben.

Konkret wurden zwei Wettbewerbsbeiträge, die Gedenkstättenfahtr nach Polen und das Projekt Generation of Respect gelobt. Alle Projekte gehen auf Schülerinitiativen und -engagement zurück.

Schüler nach Oswiecim aufgebrochen

220px-Arbeit_macht_frei[1]25 Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 10 der Oberschule sind am vergangen Montag nach Oswiecim in die Gedenkstätte Auschwitz aufgebrochen. Begleitet von Herrn Dr. Droste und Frau Dr. Wölker wird die gut vorbereitete Studien- und Forschungsreise sich der Gedenkstätte, aber auch Opfern aus Seesen widmen.

Die Fahrt wird mit zahlreichen großzügigen Spenden ermöglicht.

In diesem Jahr führen die Schüler ein Blog, dass täglich mehrfach aktualisiert wird.

Profil-Technik 9 in der Autostadt

Profil Technik 9 in Wolfsburg
Profil Technik 9 in Wolfsburg

Am vergangenen Freitag besuchten die beiden Profil-Technik-Kurse des Jahrgangs R9 mit ihren Techniklehrern Herrn Grupe und Herrn Hesse die Autostadt in Wolfsburg als außerschulischen Lernort.

Die Schüler nahmen mit großer Begeisterung an dem Workshop „Karosseriebau“ teil.  Aus einfachem Kupferdraht wurde in vierstündiger Projektarbeit die Karosserie eines Autos hergestellt. Das Auto wurde mit einer Solarzelle und einem Elektromotor ausgestattet sogar zum Fahren gebracht. Stolz und geschafft waren alle am Nachmittag, als die Werkstücke fertig und individuell gestaltet waren.

Profil Technik 9 in Wolfsburg
Profil Technik 9 in Wolfsburg

Für das Technik-Profil in den Jahrgängen 9 und 10 ist die Autostadt als außerschulischer Lernort ein fester Bestandteil des Unterrichtes. Technik ist hier „begreifbar“, die Workshops und die technische Ausstattung der Werkstatt sind für den Technikunterricht eine große Bereicherung.

Fahrt zum Konzentrationslager Mittelbau-Dora

Mittelbau-Dora 2014       Am Donnerstag den 4.12.2014 sind die Kassen 10b und 9a zu dem ehemaligen KZ Mittelbau-Dora gefahren. Mittelbau-Dora war kein Vernichtungslager, wie Auschwitz, sondern ein Arbeitslager in dem die Häftlinge durch die Schwere der Arbeit und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode kommen sollten. Dieses Ziel erreichten die Nazis bei etwa 20.000 der 60.000 Häftlinge. In Mittelbau-Dora wurde die Produktion der Flugbomben V1 und V2 betrieben. Im ehemaligen KZ haben wir ein Besuchsprogramm durchlaufen, welches aus einem allgemeinen Einführungsteil, dem Begehen des Geländes, einschließlich des Stollens, einer Filmvorführung von der Befreiung des Lagers und einer Arbeitsphase im Museum bestand.

Als Erstes erfuhren wir, wieso das ehemalige KZ heute auf dem ersten Blick wie eine riesige Parkanlage aussieht. Das liegt daran, dass Nordhausen im 2. Weltkrieg zerbombt wurde, und die Menschen aus der Not und zum Aufbau ihrer Häuser Holz benötigten. So wurden die ehemaligen Baracken abgebaut und sind heute nicht mehr zusehen.

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